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DIE R.I.B.-STORY
Ende der achtziger Jahre war es für Musikfans und Musiker in Biberach schwer, ihre Ambitionen und ihre Bedürfnisse auszuleben. Auftrittsmöglichkeiten waren kaum vorhanden. Die Suche nach Proberäumen erwies sich als ein schwieriges Unterfangen. Zwar bekam die R.I.B. kurz nach ihrer Gründung ein paar Räume in der Jugendmusikschule zur Verfügung gestellt, doch das reichte nicht einmal ansatzweise für alle Bands, so dass sich mehrere einen Raum teilen mussten. Auch nach fast 3 Jahrzehnten besteht nach wie vor ein Mangel an Proberäumen. Immer wieder bekommen wir Anfragen von jungen Bands, die keine Übungsmöglichkeiten finden. 
Anfang der Neunziger wurde das „KOMA“, eine Veranstaltungshalle in der Haberhäuslestraße, bekannt für legendäre Konzerte (u. a. The Toy Dolls, The - Jeremy Days, Eric Burdon oder Hans Söllner), auf Grund von Beschwerden der Anwohner, geschlossen. Dies führte bei der Jugend in Biberach zu einem Aufschrei der Empörung, woraufhin Martin Höld von Nätwörk Süd zu einer Demonstration vom Bahnhof Biberach bis zum Rathaus aufrief, um ein Statement vom damaligen Bürgermeister Hoffmann zu bekommen. Das Ergebnis war eher ernüchternd.
Einige Musiker in Biberach konnten sich mit der oft ignoranten Einstellung gegenüber der Jugendkultur und der Rockmusik nicht abfinden und beschlossen eine Initiative für Musikbegeisterte zu gründen, in der Musiker und Fans sich austauschen, Konzerte organisieren und sich gegenseitig unterstützen konnten.

Im April 1989 fanden sich deshalb 12 Musiker im Biberacher Jugendtreff ein, um über eine Möglichkeit der Kooperation untereinander zu sprechen.
Dies war die Geburtsstunde der Rock-Initiative-Biberach! 

Die R.I.B. ist ein eingetragener Verein, mit der Zielsetzung, allen Rockmusikbegeisterten, Musikern, wie auch Nichtmusikern, ein Hilfs- und Ansprechorgan zu sein. Sei es zum Aufbau und zur Pflege von Kontakten, zur Organisation und Koordination von Veranstaltungen, zur Verwirklichung von Fortbildungen und Workshops oder als Ansprechpartner für Veranstalter, Organisationen und Verbände. Die R.I.B. ist keinesfalls ein reiner Konzertveranstalter. 
Zwar werden jungen Bands und Nachwuchsmusikern Möglichkeiten und Auftrittschancen gegeben, doch ohne vorausgehende aktive Mitarbeit geht gar nichts. Hier heißt es Initiative zeigen! 
Schnell wuchs die Mitgliederzahl des Vereins. Waren es 1989 noch 12 Gründungsmitglieder, zählte die R.I.B. im Juli 1994 nicht weniger als 81 Mitglieder! Heute, im Jahr 2018, beläuft sich die Anzahl der Mitglieder auf 34, von denen etwa 20 aktive Mitglieder sind. 
Kurz nach der Gründung machte die R.I.B. bereits von sich reden: Das Rondellkonzert im August 1989 fand mit R.I.B. Beteiligung statt. Auf Grund des schlechten Wetters wurde die Veranstaltung allerdings in den Martinskeller verlegt. Sage und schreibe 17 Musiker tummelten sich an diesem Abend zur finalen Session auf der Bühne. Die R.I.B. hat sich damals für den Erhalt der Rondellkonzerte eingesetzt und garantierte damit das Bestehen der Konzerte in der heutigen Form. Immerhin wurden bei einem Konzert 400 Unterschriften für den Erhalt der Rondellreihe gesammelt. 
Ein weiteres Highlight im Gründungsjahr war der Knecht-Ruprecht-Ball, mit Glühweinverkauf auf dem Wochenmarkt zugunsten leukämiekranker Kinder, am 23. Dezember 1989.
Weitere Konzerte in den Anfangsjahren waren das John-Lennon-Memorial Konzert im Dezember 1990 in der Gigelberghalle, für das eigens eine Band gegründet wurde. Nach dem John Lennon Festival war die R.I.B. in aller Munde und der R.I.B.olaus Ball im November 1991 demonstrierte, dass es sich bei der R.I.B. um einen ernst zu nehmenden Verein handelte. 
Um das soziale Engagement der R.I.B. zu zeigen und der fatalen Entwicklung entgegen zu wirken, dass rechtes Gedankengut längst die Mitte der Gesellschaft erreicht hat, veranstaltete die R.I.B. in den Jahren 1993 bis 1995, 1998 und 2000 das Rock gegen Rechts Festival. Auch heute sieht sich die R.I.B. in der Rock against Racism-Tradition.
Die Zusammenarbeit mit den Partnerstadtvereinen trug ebenfalls Früchte. Wir organisierten einige Reisen zu den Partnerschaftsstädten, bei denen Konzerte mit Musikern aus Biberach und der jeweiligen Partnerstadt zur Überwindung kultureller Barrieren stattfanden. Einige Kontakte führten zu einer Länder übergreifenden Kooperation, bei der Musiker aus Asti, Schweidnitz, Valence und Telawi auch in Biberach auftraten. Dies geschah am 7. und 8. Juni 1991, beim ersten Internationalen Jazz & Rock-Festival in der Gigelberghalle. 
Die R.I.B. brillierte nicht nur bei der Organisation unzähliger Konzerte, sondern auch mit themenbezogenen Parties. Dazu zählte z. B. Karaoke mit einer Live-Band in unregelmäßigen Abständen im Martins- und Abseitskeller. 
Von 1991 bis 1995 gab es eine eigene R.I.B.-Zeitung, in der auf Konzerte, Aktionen und Bands hingewiesen wurde. 
Während des Schützenfestes waren die guerillamäßigen Spontankonzerte im Schwedenlager und die dazugehörige Mülleimerbowle eine gern gesehene und gehörte Attraktion. 
Durch zahlreiche Kooperationen mit verschiedenen Vereinen und Ämtern sorgte die R.I.B. für musikalische Farbtupfer an den Wochenenden in Biberach. Als Beispiel dafür mögen die „BC on the Rocks“ Konzerte 1994 gelten. In jedem Monat spielte eine R.I.B. Band an verschiedenen Örtlichkeiten. Von den Einnahmen wurde die R.I.B. eigene Verstärkeranlage finanziert. Eine eigene Anlage ermöglicht die Unabhängigkeit von PA-Verleihern und Veranstaltern. Jede R.I.B. Band kann über unsere Anlage verfügen.
Die Biberacher Musiknacht, die zum ersten Mal 1995 stattfand, wurde von der R.I.B. und dem Jazzclub Biberach ins Leben gerufen und erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit. 
Mitverantwortlich war die R.I.B. bei den „Out in the Woods“ Open Air Veranstaltungen, in den Jahren 1993, 1994 und 1995. 1995 unter dem Titel „Umsonst & Draußen“ in Winterreute. 
Konzerte wurden im Martinskeller und später im Abseitskeller veranstaltet. Leider wurde der Martinskeller, trotz heftigen Protests, 1993 geschlossen. Die Alternative, der Abseitskeller, konnte diesen Verlust nicht ersetzen. Durch die Eröffnung der Kulturhalle Abdera veränderte sich die Situation auch für die R.I.B. schlagartig. Trotz des hartnäckigen Widerstands der Anwohner konnte sich das Konzept von Lilienthal/Abdera durchsetzen und ein Forum geschaffen werden, das auch die R.I.B. kreativ zu nutzen weiß. 
Inzwischen organisiert sogar die Stadt Rockkonzerte, was in den Anfängen der R.I.B. undenkbar war. Daraus wird ersichtlich, dass der „Rock einen Gebrauchswert“ hat (Karl Marx), der von der Bevölkerung dankbar angenommen wird. 

Wie schon erwähnt, sieht sich die Rock-Initiative in der Pflicht, etwas gegen die stiefmütterliche Behandlung der Rockmusik zu tun und für Nachwuchs zu sorgen. Aus diesem Grund werden u. a. Workshops angeboten, um Anfängern die Möglichkeit zu geben, einen Einstieg in die Rockmusik zu finden. Dazu gehört auch, bei der Organisation von Konzerten unterstützend zu wirken und ein Grundwissen für organisatorische und musikalische Fragen zu vermitteln.
Resümierend lässt sich festhalten, dass Biberach ohne die R.I.B. zwar keine kulturelle Einöde, jedoch um unzählige Konzerte ärmer wäre. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, Rockmusik salonfähig zu machen und ein Publikum dafür heran zu ziehen.

Die R.I.B. wird weiter dafür sorgen, dass Rockkonzerte, Workshops und Festivals das kulturelle Leben in Biberach lautstark bereichern. Wir laden alle diejenigen ein, die uns bei diesem Vorhaben unterstützen wollen. Wir treffen uns immer am ersten Dienstag im Monat, im Besprechungsraum über dem Tuvalu (Abdera), in der Breslaustr. 13 in Biberach, um 20 Uhr. Vielleicht entwickeln sich daraus neue Mitgliedschaften, sei es nun aktiv oder als Fördermitglied, oder sogar neue Freundschaften.

© Copyright 2019 Oliver Schwarz